Case 04 / 04
Es sah aus wie ein Softwareproblem.
- Jahr
- 2026
- Rolle
- Summer Associate
- Art
- Beratung, Kundenworkshop
- Mitarbeitende in der Kundengruppe, zwei Länder
- 500+
通 tōng · Kommunikation
Situation
Eine europäische Recyclinggruppe mit über 500 Mitarbeitenden in mehreren Ländern hatte eine Liste von Beschwerden über ihr Projektmanagement. Termine rutschten, Informationen kamen spät, den Statusberichten glaubte niemand.
Jeder Punkt auf der Liste war als Softwareproblem formuliert, denn Software ist das, was man kaufen kann.
Aufgabe
Den Kundenworkshop konzipieren. Davor musste jemand herausfinden, welche der gemeldeten Probleme ein Werkzeug wirklich löst und welche jedes Werkzeug überleben.
Vorgehen
- 01
Stakeholder-Gespräche geführt, bevor etwas konzipiert wurde. Zuerst CEO und CFO, danach die Fachbereiche in Spanien und Dänemark.
- 02
Nach dem letzten konkreten Fall gefragt statt nach dem allgemeinen Problem. Ein allgemeines Problem bekommt eine allgemeine Antwort, ein letzter Dienstag bekommt einen Fakt.
- 03
Jedes gemeldete Problem auf zwei Stapel sortiert. Was ein Werkzeug ändert, und was nur eine Entscheidung oder eine klare Zuständigkeit ändert.
- 04
Den zweiten Stapel gegen den ersten geprüft. Mehrere Beschwerden über die Software waren Beschwerden darüber, wer was freigeben darf.
- 05
Den Workshop auf beiden Stapeln aufgebaut, mit der organisatorischen Hälfte offen auf der Agenda statt versteckt in einer Werkzeugdiskussion.
Ergebnis
500+
Mitarbeitende in der Kundengruppe, zwei Länder
Zwei Listen statt einer. Was die Software lösen muss, und was keine Software lösen wird. Der Workshop in Madrid lief auf beiden.
- 2 Listenstatt einer, was die Software lösen muss und was keine Software lösen wird
- 2 RundenGespräche, geplant war eine
- ES + DKFachbereiche in Spanien und Dänemark befragt, nach CEO und CFO
Wie gemessen wurde
Hier gibt es keine Prozentzahl, und das ist die ehrliche Fassung. Prüfbar ist die Agenda. Jeder Punkt darauf verweist auf ein benanntes Gespräch, und die organisatorische Hälfte steht schriftlich auf der Agenda, wo ein Kunde sie ablehnen kann, bevor der Raum voll ist.
Gelernt
Probleme kommen als Softwareprobleme verkleidet, weil sie in dieser Form wegkaufbar sind. Sie auszuziehen braucht Gespräche, keine Werkzeugevaluation.
Falsch eingeschätzt habe ich den Zeitplan. Ich hatte eine Gesprächsrunde geplant und brauchte eine zweite, weil das Gespräch mit dem CFO veränderte, welche Fragen den Fachbereichen überhaupt zu stellen waren.